Gemeinde Ried-Brig

Die Gemeinde Ried-Brig ist seit 2018 Mitglied der Energiestädte. Seit 2021 hat Ried-Brig ein Energieleitbild. Neben Photovoltaikanlagen liegen auf dem Gemeindegebiet mehrere Wasserkraftwerke. Es ist ein zusätzliches Fernwärmenetz in Planung.

So ist der aktuelle Stand

Der Wärmebedarf der Gemeinde Ried-Brig beträgt pro Einwohner und Jahr  9.9 MWh, der zu fast 75% durch Heizöl und elektrische Direktheizungen/Boiler gedeckt wird. Hier liegt ein hohes Optimierungspotential. Der Bedarf an Elektrizität beträgt pro Einwohner und Jahr 3.7 MWh. Dieser Wert liegt stark unter dem schweizerischen Durchschnitt von 6.9 MWh.

Der Wärmebedarf der Gemeinde Ried-Brig

21'000 MWh

betrug der Gesamtwärmeverbrauch von Ried-Brig im Jahr 2020.

Für das Heizen der Gebäude und des Warmwassers sind das pro Einwohner und Jahr 9.9 MWh.

56%

des Wärmebedarfes können eingespart werden

Die meisten Gebäude wurden vor 1990 gebaut und haben dadurch eine schlechte Wärmedämmung. Das bedeutet, dass es viel Energie kostet, sie warm zu halten. Wenn man die Hülle der Gebäude (Fenster, Dach, Aussenwand) sanieren würde, könnte man den Energiebedarf um 56% senken.

Der Elektrizitätsbedarf in der Gemeinde Ried-Brig

7'840 MWh

betrug der Gesamtstromverbrauch von Ried-Brig im Jahr 2020.

Das sind pro Einwohner und Jahr 3.7 MWh. Dies ist im Vergleich zu den anderen Gemeinden in der Region der tiefste Wert. Zum Vergleich: Der Durchschnitt der Schweiz lag im Jahr 2020 bei 6.9 MWh/a pro Kopf.

Die Wärmeerzeugung in der Gemeinde

Der CO2-Ausstoss der Wärmeversorgung pro Kopf liegt bei 1’880 kg/a und Einwohner. Zum Vergleich: Der schweizerische Durchschnitt aller Inlandemissionen beträgt 5'000 kg/a und Einwohner.

Die Elektrizitätsversorgung in der Gemeinde Ried-Brig

Die Elektrizitätsversorgung erfolgt durch die EnBAG. Der Strommix von 2020 zeigt, dass 90% der Elektrizität aus Wasserkraft stammt.

Auf dem Gemeindegebiet von Ried-Brig wird auch Elektrizität produziert.

Wasserkraftwerke

  • 2 Pumpspeicherkraftwerke mit einer Gesamtleistung von 7.4 MW und ca. 28’200 MWh/a
  • 6 Trinkwasserkraftwerke mit einer Gesamtleistung von 1.5 MW und ca. 7’100 MWh/a (Trinkwasserverbund Simplon-Nord).

Ausgehend von den produzierten Elektrizitätsmengen zeigt sich, dass allein mit den Trinkwasserkraftwerken 91% des Elektrizitätsbedarfes gedeckt werden könnte.

Photovoltaikanlagen

Photovoltaikanlagen produzierten im Jahr 2020 rund 744 MWh Elektrizität, was rund 9% des Jahresstrombedarfes von Ried-Brig entspricht. Das ist mehr als doppelt so viel wie der schweizerische Durchschnitt von 4%.

5x

Zusammengefasst ergibt die jährliche erneuerbare Elektrizitätsproduktion rund 36'000 MWh/a. Das ist fast fünfmal mehr, als Ried-Brig pro Jahr verbraucht.

Energiepotentiale

Die Energiepotentiale zeigen auf, welche Möglichkeiten für den Ausbau der erneuerbaren Energieversorgung zur Verfügung stehen. Nicht alle Quellen sind gleichermassen effizient und verfügbar. Abwärme auf hohem Temperaturniveau (z.B. von KVA oder Industrie) kann direkt zum Heizen verwendet werden, ist jedoch an einen Ort gebunden. Luftwärmepumpen dagegen können theoretisch überall genutzt werden, haben jedoch im Vergleich eine weniger hohe Effizienz. Aus diesem Grund sollte man zuerst die Ressourcen nutzen, die effizient und vor Ort verfügbar sind.

Deshalb werden die Energiepotentiale für Wärme wie folgt priorisiert:

Ortsgebundene hochwertige Abwärme (z.B. KVA, Industrie, Gewerbe)

Ortsgebundene niederwertige Abwärme und Umweltwärme

(z.B. Industrie, Gewerbe, ARA, Rechenzentren, Grundwasser, Oberflächenwasser, Erdwärme, Tunnelabwärme etc.)

Regional verfügbare erneuerbare Energieträger

(z.B. Energieholz, inkl. Rest- und Altholz, restl. Biomasse)

Örtlich ungebundene Umweltwärme und erneuerbare Energien

(z.B. thermische Sonnenenergie, Wärmenutzung aus Umgebungsluft mittels Luft-Wasser-Wärmepumpe usw.)

Potential Wärmegewinnung

Erdwärme

Die Nutzung von Erdwärmesonden ist nicht überall erlaubt oder wegen Tunnel, Grundwasservorkommen etc. nur beschränkt möglich. In Ried-Brig ist die Realisierung von Erdsonden-Wärmepumpen für die meisten Gebäude erlaubt.

Genauen Standort abklären

Sonne & Luft

Solarwärme kann mittels Sonnenkollektoren erzeugt werden. Für die theoretische Potentialbestimmung werden die besten Dachflächen der Gemeinde zur Erzeugung von Wärme für Warmwasser und Raumheizung in Betracht gezogen. Dies ergibt ein Solarwärmepotential von 5’440 MWh pro Jahr für Ried-Brig. Damit könnte 26% des jährlichen Heizungs- und Warmwasserbedarfs gedeckt werden. 

Luftwärmepumpen können in fast allen Einfamilien- und kleinen Mehrfamilienhäuser eingesetzt werden. Einschränkungen kann es wegen Lärm oder Platzbedürfnissen geben. Die Effizienz ist allerdings schlechter als bei Erdwärmesonden- oder Grundwasserwärmepumpen.

Holz

Holz ist ein wertvoller Energieträger. Im Gegensatz zu z.B. Luft-Wasser-Wärmepumpen kann damit effizient Wärme auf hohem Temperaturniveau erzeugt werden. Gleichzeitig ist die Menge begrenzt. Daher ist Holz dort einzusetzen, wo es keine anderen Möglichkeiten gibt.

Potential Elektrizitätsgewinnung

Photovoltaik

Das theoretische Photovoltaik-Potential in Ried-Brig beträgt 25’300 MWh/a und ist erst zu 3% ausgeschöpft: Mit einer vollständigen Ausnutzung des Potentials könnte der heutige Elektrizitätsbedarf mehr als dreimal gedeckt werden. Dabei sind Dächer und Fassaden berücksichtigt. Wenn nur die Dächer genutzt würden, liegt das Potential bei 18’000 MWh/a.

Zum Solarrechner

Die Massnahmen für die Gemeinde

Die Analyse des Ist-Zustandes und die vorhandenen Potentiale bilden die Grundlage für die Massnahmen und geben die Richtung vor. Die einzelnen Massnahmen wurden zwischen den Gemeinden abgestimmt und entwickelt.

Die Massnahmen verfolgen verschiedene Funktionen

Infrastruktur verbessern

Eine erneuerbare Energieversorgung setzt voraus, dass wir Energie effizienter einsetzen. Infrastrukturmassnahmen steigern die Effizienz des gesamten Energiesystems.

Bevölkerung sensibilisieren

Die Energiezukunft betrifft uns alle. Informationsveranstaltungen helfen bei der Beratung und Sensibilisierung und ermöglichen es, Bevölkerung und Unternehmen in Projekte des Energieplans einzubeziehen.

Anreize schaffen

Je mehr mitmachen, desto eher gelingt der Energieplan. Anreize und Förderprogramme sollen die Rahmenbedingungen verbessern, um den Energiehaushalt zu optimieren und Energie nachhaltig zu nutzen.

In den Factsheets finden Interessierte detaillierte Informationen.

Die Factsheets sind ein wichtiges Instrument, um die Energieversorgung und -potentiale sowie den Ist- und Sollzustand des Energiebedarfs pro Gemeinde detailliert darzustellen. Sie orientieren sich an den energiepolitischen Zielen des Bundes und des Kantons Wallis. Mit ihrer Hilfe soll der Wandel von Ist- nach Sollzustand erreicht werden. Dafür werden auf dem Factsheet die für die Gemeinde zugeschnittenen Massnahmen aufgelistet. So hat jede Gemeinde einen kurzen Auszug mit den für sie informativen Punkten direkt zur Hand.

Zweck und Verbindlichkeit der Energieplanung

Die Factsheets sind ein wichtiges Instrument, um die Energieversorgung und -potentiale sowie den Ist- und Sollzustand des Energiebedarfs pro Gemeinde detailliert darzustellen. Sie orientieren sich an den energiepolitischen Zielen des Bundes und des Kantons Wallis. Mit ihrer Hilfe soll der Wandel von Ist- nach Sollzustand erreicht werden. Dafür werden auf dem Factsheet die für die Gemeinde zugeschnittenen Massnahmen aufgelistet. So hat jede Gemeinde einen kurzen Auszug mit den für sie informativen Punkten direkt zur Hand.