Gemeinde Mörel-Filet

Die Gemeinde Mörel-Filet ist seit 2019 Mitglied der Energiestädte. Neben Photovoltaikanlagen liegen auf dem Gemeindegebiet zwei Grosswasserkraftwerke. Es wurde ein Potentialgebiet zur Erweiterung des Fernwärmenetzes eruiert. Mörel-Filet verfügt über ein Energie- und Klimaleitbild, das konkrete Ziele vorsieht.

So ist der aktuelle Stand

Der Wärmebedarf der Gemeinde Mörel-Filet beträgt pro Einwohner und Jahr 12.0 MWh, der zu rund 75% durch Heizöl und elektrische Direktheizungen/Boiler gedeckt wird. Hier liegt ein hohes Optimierungspotential. Der Bedarf an Elektrizität beträgt pro Einwohner und Jahr 7.0 MWh. Dies entspricht ca. dem schweizerischen Durchschnitt von 6.9 MWh. Die Elektrizitätsversorgung ist praktisch erneuerbar.

Der Wärmebedarf in der Gemeinde Mörel-Filet

8'100 MWh

betrug der Gesamtwärmeverbrauch von Mörel-Filet im Jahr 2020.

Für das Heizen der Gebäude und des Warmwassers sind das pro Einwohner und Jahr 12.0 MWh.

56%

des Wärmebedarfes können eingespart werden

Die meisten Gebäude wurden vor 1990 gebaut und haben dadurch eine schlechte Wärmedämmung. Das bedeutet, dass es viel Energie kostet, sie warm zu halten. Wenn man die Hülle der Gebäude (Fenster, Dach, Aussenwand) sanieren würde, könnte man den Energiebedarf um 56% senken.

Der Elektrizitätsbedarf in der Gemeinde Mörel-Filet

4'800 MWh

betrug der Gesamtstromverbrauch von Mörel-Filet im Jahr 2020.

Das sind pro Einwohner und Jahr 7.0 MWh. Dies entspricht in etwa dem Durchschnitt der Region und der Schweiz. Zum Vergleich: Der Durchschnitt der Schweiz lag im Jahr 2020 bei 6.9 MWh/a pro Kopf.

Die Wärmeerzeugung in der Gemeinde Mörel-Filet

Der CO2-Ausstoss der Wärmeversorgung pro Kopf liegt bei 2’100 kg/a und Einwohner. Zum Vergleich: Der schweizerische Durchschnitt aller Inlandemissionen beträgt 5'000 kg/a und Einwohner.

Die Elektrizitätsversorgung in der Gemeinde Mörel-Filet

Die Elektrizitätsversorgung erfolgt durch die EnBAG. Der Strommix von 2020 zeigt, dass 92% der Elektrizität aus Wasserkraft stammt.

Auf dem Gemeindegebiet von Mörel-Filet wird auch Elektrizität produziert.

Wasserkraftwerke

Das sind zunächst die folgenden Wasserkraftwerke:

  • KW Mörel-Aletsch mit einer Gesamtleistung von 38 MW / 138’000 MWh/a, sowie
  • KW Ernen-Mörel mit einer Gesamtleistung von 18.3 MW / 261’000 MWh/a

Ausgehend von den produzierten Elektrizitätsmengen zeigt sich, dass mit den Wasserkraftwerken mehr als das Achtzigfache des Elektrizitätsbedarfes auf dem Gemeindegebiet gedeckt werden könnte.

Photovoltaikanlagen

Weiter sind diverse Photovoltaikanlagen vorhanden. Sie produzierten im Jahr 2020 rund 377 MWh Elektrizität, was rund 8% des Jahresstrombedarfes von Mörel-Filet entspricht. Das ist doppelt so viel wie der schweizerische Durchschnitt von 4%.

???

Zusammengefasst ergibt dies eine jährliche erneuerbare Elektrizitätsproduktion rund 400’000 MWh/a.

Energiepotentiale

Die Energiepotentiale zeigen auf, welche Möglichkeiten für den Ausbau der erneuerbaren Energieversorgung zur Verfügung stehen. Nicht alle Quellen sind gleichermassen effizient und verfügbar. Abwärme auf hohem Temperaturniveau (z.B. von KVA oder Industrie) kann direkt zum Heizen verwendet werden, ist jedoch an einen Ort gebunden. Luftwärmepumpen dagegen können theoretisch überall genutzt werden, haben jedoch im Vergleich eine weniger hohe Effizienz. Aus diesem Grund sollte man zuerst die Ressourcen nutzen, die effizient und vor Ort verfügbar sind.

Deshalb werden die Energiepotentiale für Wärme wie folgt priorisiert:

Ortsgebundene hochwertige Abwärme (z.B. KVA, Industrie, Gewerbe)

Ortsgebundene niederwertige Abwärme und Umweltwärme

(z.B. Industrie, Gewerbe, ARA, Rechenzentren, Grundwasser, Oberflächenwasser, Erdwärme, Tunnelabwärme etc.)

Regional verfügbare erneuerbare Energieträger

(z.B. Energieholz, inkl. Rest- und Altholz, restl. Biomasse)

Örtlich ungebundene Umweltwärme und erneuerbare Energien

(z.B. thermische Sonnenenergie, Wärmenutzung aus Umgebungsluft mittels Luft-Wasser-Wärmepumpe usw.)

Potential Wärmegewinnung

Erdwärme

Die Nutzung von Erdwärmesonden ist nicht überall erlaubt oder wegen Tunnel, Grundwasservorkommen etc. nur beschränkt möglich. In Mörel-Filet ist die Realisierung von Erdsonden-Wärmepumpen für die meisten Gebäude zulässig.

Sonne und Luft

Solarwärme kann mittels Sonnenkollektoren erzeugt werden. Für die theoretische Potentialbestimmung werden die besten Dachflächen der Gemeinde zur Erzeugung von Wärme für Warmwasser und Raumheizung in Betracht gezogen. Dies ergibt ein Solarwärmepotential von 2'460 MWh pro Jahr für Mörel-Filet. Damit könnte 30% des jährlichen Heizungs- und Warmwasserbedarfs gedeckt werden. 

Luftwärmepumpen können in fast allen Einfamilien- und kleinen Mehrfamilienhäuser eingesetzt werden. Einschränkungen kann es wegen Lärm oder Platzbedürfnissen geben. Die Effizienz ist allerdings schlechter als bei Erdwärmesonden- oder Grundwasserwärmepumpen.

Holz

Holz ist ein wertvoller Energieträger. Im Gegensatz zu z.B. Luft-Wasser-Wärmepumpen kann damit effizient Wärme auf hohem Temperaturniveau erzeugt werden. Gleichzeitig ist die Menge begrenzt. Daher ist Holz dort einzusetzen, wo es keine anderen Möglichkeiten gibt.

Grundwasser

Grundwasser sollte am besten gemeinschaftlich genutzt werden. Daher kommt der Grundwassernutzung nur bei einer eventuellen Quartierentwicklung im Gebiet «Tunetsch/Pfäwi/Gifrisch» eine Rolle zu.

Potential Elektrizitätsgewinnung

Photovoltaik

Das theoretische Photovoltaik-Potential in Mörel-Filet beträgt 11’500 MWh/a. Mit einer vollständigen Ausnutzung des Potentials könnte der heutige Elektrizitätsbedarf mehr als dreimal gedeckt werden. Dabei sind Dächer und Fassaden berücksichtigt. Wenn nur die Dächer genutzt würden, liegt das Potential bei 8’300 MWh/a.

Die Massnahmen für die Gemeinde

Die Analyse des Ist-Zustandes und die vorhandenen Potentiale bilden die Grundlage für die Massnahmen und geben die Richtung vor. Die einzelnen Massnahmen wurden zwischen den Gemeinden abgestimmt und entwickelt.

Die Massnahmen verfolgen verschiedene Funktionen:

Infrastruktur verbessern

Eine erneuerbare Energieversorgung setzt voraus, dass wir Energie effizienter einsetzen. Infrastrukturmassnahmen steigern die Effizienz des gesamten Energiesystems.

Bevölkerung sensibilisieren

Die Energiezukunft betrifft uns alle. Informationsveranstaltungen helfen bei der Beratung und Sensibilisierung und ermöglichen es, Bevölkerung und Unternehmen in Projekte des Energieplans einzubeziehen.

Anreize schaffen

Je mehr mitmachen, desto eher gelingt der Energieplan. Anreize und Förderprogramme sollen die Rahmenbedingungen verbessern, um den Energiehaushalt zu optimieren und Energie nachhaltig zu nutzen.

In den Factsheets finden Interessierte detaillierte Informationen.

Die Factsheets sind ein wichtiges Instrument, um die Energieversorgung und -potentiale sowie den Ist- und Sollzustand des Energiebedarfs pro Gemeinde detailliert darzustellen. Sie orientieren sich an den energiepolitischen Zielen des Bundes und des Kantons Wallis. Mit ihrer Hilfe soll der Wandel von Ist- nach Sollzustand erreicht werden. Dafür werden auf dem Factsheet die für die Gemeinde zugeschnittenen Massnahmen aufgelistet. So hat jede Gemeinde einen kurzen Auszug mit den für sie informativen Punkten direkt zur Hand.

Zweck und Verbindlichkeit der Energieplanung

Die Factsheets sind ein wichtiges Instrument, um die Energieversorgung und -potentiale sowie den Ist- und Sollzustand des Energiebedarfs pro Gemeinde detailliert darzustellen. Sie orientieren sich an den energiepolitischen Zielen des Bundes und des Kantons Wallis. Mit ihrer Hilfe soll der Wandel von Ist- nach Sollzustand erreicht werden. Dafür werden auf dem Factsheet die für die Gemeinde zugeschnittenen Massnahmen aufgelistet. So hat jede Gemeinde einen kurzen Auszug mit den für sie informativen Punkten direkt zur Hand.