Gemeinde Bitsch

Bitsch hat 1997 den Schweizerischen Solarpreis für Gemeinden erhalten. Seit 2011 ist Bitsch Energiestadt und verfügt über ein verbindliches Leitbild mit qualitativen und quantifizierten Zielen für Energie-, Klima- und Verkehrspolitik.

So ist der aktuelle Stand

Der Wärmebedarf der Gemeinde Bitsch beträgt pro Einwohner und Jahr 9.8 MWh, der zu knapp 70% durch Heizöl und elektrische Direktheizungen/Boiler gedeckt wird. Hier liegt ein hohes Optimierungspotential. Der Bedarf an Elektrizität beträgt pro Einwohner und Jahr 5.7 MWh. Dieser Wert liegt unter dem schweizerischen Durchschnitt von 6.9 MWh. Neben Photovoltaikanlagen liegen auf dem Gemeindegebiet zwei Wasserkraftwerke. In Bitsch werden zusätzliche Fördergelder zum kantonalen Förderprogramm gewährt.

Der Wärmebedarf in der Gemeinde Bitsch

10'000 MWh

betrug der Gesamtwärmeverbrauch von Bitsch im Jahr 2020.

Für das Heizen der Gebäude und des Warmwassers sind das pro Einwohner und Jahr 9.8 MWh.

50%

des Wärmebedarfes können eingespart werden

Die meisten Gebäude wurden vor 1990 gebaut und haben dadurch eine schlechte Wärmedämmung. Das bedeutet, dass es viel Energie kostet, sie warm zu halten. Wenn man die Hülle der Gebäude (Fenster, Dach, Aussenwand) sanieren würde, könnte man den Energiebedarf um 50% senken.

Der Elektrizitätsbedarf in der Gemeinde Bitsch

5'600 MWh

betrug der Gesamtstromverbrauch von Bitsch im Jahr 2020.

Das sind pro Einwohner und Jahr 5.7 MWh. Dies ist leicht unter dem Durchschnitt der Region und der Schweiz. Zum Vergleich: Der Durchschnitt der Schweiz lag im Jahr 2020 bei 6.9 MWh/a pro Kopf.

Die Wärmeerzeugung in der Gemeinde Bitsch

Der CO2-Ausstoss der Wärmeversorgung pro Kopf liegt bei 1’800 kg/a und Einwohner. Zum Vergleich: Der schweizerische Durchschnitt aller Inlandemissionen beträgt 5'000 kg/a und Einwohner.

Die Elektrizitätsversorgung in der Gemeinde Bitsch

Die Elektrizitätsversorgung erfolgt durch die EnBAG. Der Strommix von 2020 zeigt, dass 74% der Elektrizität aus Wasserkraft stammt.

Auf dem Gemeindegebiet von Bitsch wird auch Elektrizität produziert. 

Wasserkraftwerke

  • KW Massaboden mit 8 MW Leistung und einer Jahresenergieproduktion von rund 40‘000 MWh
  • Electra Massa mit 340 MW Leistung und einer Jahresenergieproduktion von rund 564‘000 MWh

Photovoltaikanlagen

Photovoltaikanlagen produzierten im Jahr 2020 rund 940 MWh Elektrizität, was rund 16.5% des Jahresstrombedarfes von Bitsch entspricht. Das ist um einiges mehr als der schweizerische Durchschnitt von 4%.

100x

Mit der erneuerbaren Stromproduktion kann somit mehr als das 100-fache des jährlichen Elektrizitätsbedarfs gedeckt werden.

Energiepotentiale

Die Energiepotentiale zeigen auf, welche Möglichkeiten für den Ausbau der erneuerbaren Energieversorgung zur Verfügung stehen. Nicht alle Quellen sind gleichermassen effizient und verfügbar. Abwärme auf hohem Temperaturniveau (z.B. von KVA oder Industrie) kann direkt zum Heizen verwendet werden, ist jedoch an einen Ort gebunden. Luftwärmepumpen dagegen können theoretisch überall genutzt werden, haben jedoch im Vergleich eine weniger hohe Effizienz. Aus diesem Grund sollte man zuerst die Ressourcen nutzen, die effizient und vor Ort verfügbar sind.

Deshalb werden die Energiepotentiale für Wärme wie folgt priorisiert:

Ortsgebundene hochwertige Abwärme (z.B. KVA, Industrie, Gewerbe)

Ortsgebundene niederwertige Abwärme und Umweltwärme

(z.B. Industrie, Gewerbe, ARA, Rechenzentren, Grundwasser, Oberflächenwasser, Erdwärme, Tunnelabwärme etc.)

Regional verfügbare erneuerbare Energieträger

(z.B. Energieholz, inkl. Rest- und Altholz, restl. Biomasse)

Örtlich ungebundene Umweltwärme und erneuerbare Energien

(z.B. thermische Sonnenenergie, Wärmenutzung aus Umgebungsluft mittels Luft-Wasser-Wärmepumpe usw.)

Potential Wärmegewinnung

Erdwärme

Die Nutzung von Erdwärmesonden ist nicht überall erlaubt oder wegen Tunnel, Grundwasservorkommen etc. nur beschränkt möglich. In Bitsch ist die Realisierung von Erdsonden-Wärmepumpen an vielen Orten zulässig, jedoch im Bereich Oberried verboten oder eingeschränkt.

Sonne und Luft

 

Solarwärme kann mittels Sonnenkollektoren erzeugt werden. Für die theoretische Potentialbestimmung werden die besten Dachflächen der Gemeinde zur Erzeugung von Wärme für Warmwasser und Raumheizung in Betracht gezogen. Dies ergibt ein Solarwärmepotential von 2'540 MWh pro Jahr für Bitsch. Damit könnte 25 % des jährlichen Heizungs- und Warmwasserbedarfs gedeckt werden. 

Luftwärmepumpen können in fast allen Einfamilien- und kleinen Mehrfamilienhäuser eingesetzt werden. Einschränkungen kann es wegen Lärm oder Platzbedürfnissen geben. Die Effizienz ist allerdings schlechter als bei   Erdwärmesonden- oder Grundwasserwärmepumpen.

 

Holz

Holz ist ein wertvoller Energieträger. Im Gegensatz zu z.B. Luft-Wasser-Wärmepumpen kann damit effizient Wärme auf hohem Temperaturniveau erzeugt werden. Gleichzeitig ist die Menge begrenzt. Daher ist Holz dort einzusetzen, wo es keine anderen Möglichkeiten gibt.

Potential Elektrizitätsgewinnung

Wasserkraft

Für Grosswasserkraft gibt es weitere Potentiale im Bereich Oberaletsch zusammen mit weiteren Gemeinden. Bei den bestehenden Grosswasserkraftwerken ist eine Nutzung der Restenergie vor der Rückführung in den Rotten prüfenswert. Dies betrifft vor allem das KW Massaboden, da dieses der SBB gehört und daher einen konstanteren Durchfluss hat.

Photovoltaik

Das theoretische Photovoltaik-Potential in Bitsch beträgt 11’400 MWh/a. Mit einer vollständigen Ausnutzung des Potentials könnte der heutige Elektrizitätsbedarf mehr als 2-mal gedeckt werden. Dabei sind Dächer und Fassaden berücksichtigt. Wenn nur die Dächer genutzt würden, liegt das Potential bei 8'200 MWh/a.

Die Massnahmen für die Gemeinde

Die Analyse des Ist-Zustandes und die vorhandenen Potentiale bilden die Grundlage für die Massnahmen und geben die Richtung vor. Die einzelnen Massnahmen wurden zwischen den Gemeinden abgestimmt und entwickelt.

Die Massnahmen verfolgen verschiedene Funktionen:

Infrastruktur verbessern

Eine erneuerbare Energieversorgung setzt voraus, dass wir Energie effizienter einsetzen. Infrastrukturmassnahmen steigern die Effizienz des gesamten Energiesystems.

Bevölkerung sensibilisieren

Die Energiezukunft betrifft uns alle. Informationsveranstaltungen helfen bei der Beratung und Sensibilisierung und ermöglichen es, Bevölkerung und Unternehmen in Projekte des Energieplans einzubeziehen.

Anreize schaffen

Je mehr mitmachen, desto eher gelingt der Energieplan. Anreize und Förderprogramme sollen die Rahmenbedingungen verbessern, um den Energiehaushalt zu optimieren und Energie nachhaltig zu nutzen.

In den Factsheets finden Interessierte detaillierte Informationen.

Die Factsheets sind ein wichtiges Instrument, um die Energieversorgung und -potentiale sowie den Ist- und Sollzustand des Energiebedarfs pro Gemeinde detailliert darzustellen. Sie orientieren sich an den energiepolitischen Zielen des Bundes und des Kantons Wallis. Mit ihrer Hilfe soll der Wandel von Ist- nach Sollzustand erreicht werden. Dafür werden auf dem Factsheet die für die Gemeinde zugeschnittenen Massnahmen aufgelistet. So hat jede Gemeinde einen kurzen Auszug mit den für sie informativen Punkten direkt zur Hand.

Zweck und Verbindlichkeit der Energieplanung

Die Factsheets sind ein wichtiges Instrument, um die Energieversorgung und -potentiale sowie den Ist- und Sollzustand des Energiebedarfs pro Gemeinde detailliert darzustellen. Sie orientieren sich an den energiepolitischen Zielen des Bundes und des Kantons Wallis. Mit ihrer Hilfe soll der Wandel von Ist- nach Sollzustand erreicht werden. Dafür werden auf dem Factsheet die für die Gemeinde zugeschnittenen Massnahmen aufgelistet. So hat jede Gemeinde einen kurzen Auszug mit den für sie informativen Punkten direkt zur Hand.